Forteresse et demeure des veuves du Wurtemberg

Château de Kirchheim

Herzogin Henriette von Württemberg, Kupferstich um 1830; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Robert Bothner
Ein bewegtes Leben

Henriette von

Württemberg

Über 45 Jahre lebte Herzogin Henriette von Württemberg (1780–1857) in Schloss Kirchheim. Zunächst zog sie mit Ehemann und Kindern in die Wohnräume. Schließlich verbrachte sie als Witwe ihren Lebensabend im Schloss und engagierte sich als Wohltäterin in der Stadt.

Porträt des Herzogs Ludwig von Württemberg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Robert Bothner

Herzog Ludwig von Württemberg.

Mit wem war Henriette verheiratet?

Henriettes Ehemann Ludwig, auch Louis genannt, war ein Bruder von König Friedrich I. von Württemberg. Er stand ursprünglich in preußischen und später in russischen Militärdiensten, ehe er Feldmarschall der württembergischen Kavallerie wurde. Schon in jungen Jahren pflegte Ludwig einen äußerst luxuriösen Lebensstil. Eine erste Heirat mit einer reichen polnischen Adligen half ihm nur vorübergehend. Bei der Hochzeit wusste Henriette nichts von den Geldproblemen ihres Bräutigams.

Porträt des Königs Friedrich I. von Württemberg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

König Friedrich I. von Württemberg.

Warum lebte die Familie in Kirchheim?

Über die Jahre häufte Herzog Ludwig einen Schuldenberg von rund 1,5 Millionen Gulden an. 1810 kam es zum Skandal: Entsetzt über das Verhalten seines Bruders verbannte König Friedrich die ganze Familie vom königlichen Hof. Sie erhielt Schloss Kirchheim, 1811 durch den Tod Franziskas frei geworden, als Aufenthaltsort zugewiesen. Hier lebte das Paar mit ihren fünf Kindern unter strengen Auflagen. Ludwig wurde sogar überwacht und seine Briefe zensiert, damit er keine weiteren Kredite aufnehmen oder neue Spielschulden machen konnte.

Porträt der Herzogin Henriette von Württemberg, um 1838; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Joachim Feist

Herzogin Henriette von Württemberg, um 1838.

Was tat Henriette in Kirchheim?

Bereits 1817 starb Herzog Ludwig und die 40-jährige Witwenzeit Henriettes begann. In den folgenden Jahren widmete sich Henriette der Aufgabe, ihre Kinder standesgemäß zu verheiraten. Neben der Ranggleichheit und politischen Allianzen spielten finanzielle Aspekte eine wichtige Rolle, ebenso die Konfession, Liebe dagegen selten. Die von Henriette gestifteten Ehen ihrer Kinder waren zwar nicht alle glücklich, aber vorteilhaft. Immerhin ist Königin Elisabeth II. von England eine Ur-Ur-Urenkelin von Henriette!

Wie richtete Henriette ihre Wohnung ein?

Farbenfrohe Teppiche, aber auch Zimmerpflanzen und Haustiere gehörten zur Wohnung Henriettes. Mehrere Innenansichten, die von verschiedenen Künstlern gemalt wurden, geben intime Einblicke in ihre Wohnräume. Eine Vielzahl von Porträts an den Wänden belegt zudem ihre Verbindungen zum europäischen Hochadel. Die Kontakte pflegte sie, indem sie immer wieder Besuch empfing oder sich selbst auf Reisen begab.

Schlafzimmer, Aquarell der 1850er Jahre
Sommersalon, Aquarell von Pieter Francis Peters, 1857; Foto: Staatsgalerie Stuttgart

Herzogin Henriettes Einrichtung: ihr Schlafzimmer und das Gartenzimmer.

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