Landesfestung und Witwensitz Württembergs

Schloss Kirchheim

Freud und Leid im Schatten des Schlosses

Die Untertanen

Nicht für jeden Stadtbewohner in Kirchheim unter Teck war das Schloss ein Segen. Mühsame Frondienste und hohe Abgaben belasteten die Untertanen. Aufträge an die Handwerker der Stadt und soziales Engagement dienten andererseits dem Wohle der Bevölkerung.

Schutzbrief für Stadt und Amt Kirchheim unter Teck von 1688

Der Schutzbrief von 1688.

Unter herzoglichem Schutz

Herzogswitwe Maria Dorothea Sophia lebte in Kirchheim unter Teck, als 1688 die französischen Truppen auf dem Vormarsch waren. Um deren Leben und Besitz nicht in Gefahr zu bringen, erwirkte ihre in Stuttgart lebende Schwiegertochter beim französischen General Monclar einen Schutzbrief für Stadt und Amt Kirchheim unter Teck.

Schreibschrank von einem Kirchheimer Kunstschreiner, um 1730; Foto: Stadtmuseum Kirchheim

Schrank von einem Kirchheimer Kunstschreiner.

Auch ein Herzog hat Hunger und Durst

Die fürstlichen Bewohner des Schlosses hatten ganz eigene Vorstellungen, was sie zum Leben brauchten. Davon profitierte die Kirchheimer Handwerkerschaft. Bäcker, Konditoren, Apotheker, Schuster und Schneider der Stadt lieferten ins Schloss. Zimmerleute, Steinhauer, Glaser bekamen Aufträge bei den verschiedenen Umbauten. So manches kunstvolle Möbelstück wurde von Kirchheimer Kunstschreinern wie Johannes Benz und Hans Konrad Wendeisen angefertigt.

Darstellung eines Hirsches im Kirchheimer Wald; Foto: Stadtarchiv Kirchheim

Hirsch im Kirchheimer Wald.

Frondienste für die Schlossbewohner

Ein Großteil der Bevölkerung litt unter den Lasten der Frondienste und der Abgaben an die Schlossbewohner. Kam beispielsweise Herzog Carl Eugen mit großem Gefolge nach Kirchheim zur Jagd, dann mussten alle 500 Gäste, deren Diener sowie deren Pferde mit Lebensmitteln, Futter, Unterkünften und Dienstleistungen aller Art versorgt werden. Auch das Wild wurde dem Herzog von Kirchheimer Bauern direkt vor die Flinte getrieben – unentgeltlich versteht sich!

Die Paulinenpflege und das Wilhelmshospital wurden im 19. Jahrhundert unter Herzogswitwe Henriette eröffnet.

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