Landesfestung und Witwensitz Württembergs

Schloss Kirchheim

In Kirchheim auf der Suche nach Gold

Die Alchemie

„…dass er nicht laboriert und auch alles erlogen…“: Die Suche nach Gold oder wenigstens nach dem Stein der Weisen beschäftigte im 16. Jahrhundert viele europäische Fürsten, so auch den Herzog Friedrich I. von Württemberg. Die Gefahr, dabei auf einen Betrüger hereinzufallen, war groß.

Porträt des Herzogs Friedrich I. von Württemberg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Robert Bothner

Herzog Friedrich I. von Württemberg.

Drei Scharlatane auf Goldsuche

Herzog Friedrich I. von Württemberg förderte um 1600 die Alchemie, eine Vorläuferin der modernen Naturwissenschaften. Eines der Ziele der Alchemisten war die Verwandlung von unedlen Metallen zu Gold und Silber – ein bis heute unerreichtes Ziel. Herzog Friedrich I. kaufte am Rande von Kirchheim unter Teck einen Adelssitz, wo er ein Laboratorium einrichten ließ. Um das Geheimnis der Goldherstellung zu lüften, beschäftigte er hintereinander drei Alchemisten, die viel versprachen und nichts hielten.

Ausschnitt: Alchemisten in Kirchheim unter Teck, Kupferstich um 1580

Heinrich Nüscheler endete am Galgen.

Scharlatan Nummer 1

Den Anfang in Kirchheim machte der Alchemist Heinrich Nüscheler. Er propagierte eine vielversprechende Methode, durch die Blei in Gold verwandelt werden sollte. Allerdings mischte er heimlich echtes Gold in diese Universaltinktur, so dass der Betrug bald auffliegen musste und der glücklose Alchemist am Stuttgarter Galgen landete.

Ausschnitt: Alchemisten in Kirchheim unter Teck, Kupferstich um 1580

Der Vertrag mit dem Herzog rette ihn.

Scharlatan Nummer 2

Dem Schicksal seines Vorgängers entging der zweite Alchemist in Kirchheim, Alexander Stocker, nur knapp. Er blieb mit seinen Experimenten ebenfalls erfolglos, berief sich allerdings auf seinen Vertrag mit dem Herzog. Darin hatte er keine Erfolgsgarantien abgegeben, weshalb er auch nicht zum Tode verurteilt werden konnte.

Ausschnitt: Alchemisten in Kirchheim unter Teck, Kupferstich um 1580

Seine Kunst wurde ihm zum Verhängnis.

Scharlatan Nummer 3

Der dritte Alchemist hieß Hans Heinrich von Mühlenfels. Zwei Jahre lang experimentierte er in Kirchheim, ohne dem Herzog zufriedenstellende Ergebnisse zu liefern. Unter der Folter gestand er schließlich seine Betrügereien und starb ebenfalls am Galgen. Sein Besitz wurde eingezogen und das Labor in Kirchheim aufgelöst.

Rekonstruktion eines Galgens.

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