Der Saal im Turm mit seiner Ausstattung 1852

Gemütlich und repräsentativ

Das Speisezimmer

Ob für die Kaffeetafel mit Gästen oder den Mittagstisch im kleinen Kreis, das Speisezimmer von Franziska von Hohenheim im Schloss Kirchheim unter Teck bot für jeden Anlass den passenden Rahmen.

Porträt von Herzogin Franziska von Hohenheim

Franziska von Hohenheim, Witwe von Herzog Carl Eugen.

Witwensitz wird wohnlich

Über ein Jahr dauerten die Umbaumaßnahmen für Franziska von Hohenheim im Schloss Kirchheim unter Teck. Insbesondere die Wohnräume im zweiten Obergeschoss sollten wohnlich und zugleich repräsentativ ausgestattet sein. Außerdem benötigte die Herzogswitwe Platz, um ihre klassizistischen Möbel und ihre Andenken aufzustellen.

Ein Speisezimmer für jede Jahreszeit

Der erste Raum direkt neben dem Treppenhaus diente als Sommerspeisezimmer. Es handelte sich um einen rechteckigen Raum über die gesamte Gebäudebreite. Sowohl von der Hofseite als auch von der Grabenseite fiel Licht durch jeweils zwei Fenster. An den Wänden waren blaue Papiertapeten sowie acht Gemälde mit Landschaftsmotiven angebracht. Spiegel, Konsoltische und Sitzmöbel „mit Geißfußgestellen“ ergänzten die Einrichtung. In den Wintermonaten nutzte Franziska ein kleineres Speisezimmer mit ovalem Kanonenofen innerhalb ihrer Raumfolge.

Meißener Porzellan aus dem 19. Jahrhundert

Geschirr für die herzogliche Kaffeevisite.

Die Kaffeetafel

Zur Ausstattung des großen Sommerspeisezimmers gehörten zwölf Sessel. Bei Bedarf ließ die Herzogswitwe weitere Sitzmöbel aufstellen, sodass sie auch größere Gesellschaften in angemessener Weise empfangen und verköstigen konnte. Wie aus den Erzählungen von Ottilie Wildermuth bekannt ist, wurden regelmäßig „Frauen des Städtchens“ zur „Kaffeevisite“ eingeladen. Dabei saßen die Damen „im Kreis um das Sofa der Frau Herzogin und tranken Kaffee aus kleinen Meißner Tassen“.

Ansicht des Saals im Turm von 1857

Der Saal im Turm mit seiner Ausstattung 1857.

Herzogin Henriette tauscht die Räume

Unter Herzogin Henriette wurde das Sommerspeisezimmer in ein Vestibül, also in einen Empfangsraum, umfunktioniert, von dem aus man in die Wohnräume gelangte. Den neuen Speisesaal verlegte sie in den großen achteckigen Saal im Turm. Zwei Aquarelle aus dem 19. Jahrhundert zeigen eindrücklich, wie sich die Ausstattung im Laufe der Zeit veränderte.

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