Außenansicht von Schloss Kirchheim

Landesfestung und Witwensitz Württembergs

Das Schloss und der Garten

Schloss Kirchheim unter Teck, gelegen am Nordrand der Schwäbischen Alb, war über Jahrhunderte Wohnort für die Witwen der württembergischen Herzöge. Ursprünglich war es Teil einer riesigen Militäranlage: Bis heute steht hier eine der besterhaltenen Landesfestungen des Herzogtums.

Porträt des Herzogs Ulrich von Württemberg

Herzog Ulrich von Württemberg.

Kirchheim unter Teck als Landesfestung

Sieben mächtige Landesfestungen ließ Herzog Ulrich von Württemberg im 16. Jahrhundert anlegen, im weiten Ring um seine Residenzstadt Stuttgart. Auch die Stadt Kirchheim unter Teck wurde zur wehrhaften Festung ausgebaut und erhielt Wassergräben, Bastionen, Wälle und Kasematten. Das vierflügelige Renaissance-Schloss bildet den südwestlichen Eckpunkt der 3,6 Kilometer langen Anlage.

Die Enfilade in Schloss Kirchheim vom Wohnzimmer der Herzogin Henriette

Raum an Raum, wie Perlen an der Schnur.

Von der Festung zum herzoglichen Schloss

Nach dem Dreißigjährigen Krieg änderte sich vieles im Militärwesen, die Landesfestungen verloren ihre Bedeutung. Auch in der Schlossbaukunst und der Wohnkultur gab es neue Maßstäbe: Schloss Kirchheim unter Teck sollte jetzt den Herzögen als angemessene Unterkunft bei Jagdausflügen oder während der Kur in Bad Boll dienen. Trotz der Umgestaltungen zeigt der schlichte Bau mit seinem massiven Sockelgeschoss und dem tiefen Graben heute noch deutlich, dass hier eigentlich eine militärische Festung stand.

Ansicht von Kirchheim unter Teck, von Andreas Kieser, 1683

Ansicht von Kirchheim unter Teck, von Andreas Kieser, 1683.

Raumansicht des Gartenzimmers von Herzogin Henriette in Schloss Kirchheim

Das Gartenzimmer Herzogin Henriettes.

Ruhige Wohnung für sechs Herzogswitwen

Die zweite Karriere des Schlosses begann: die als Witwensitz der württembergischen Herzöge. Vom 17. bis 19. Jahrhundert lebten sechs Herzogswitwen in Kirchheim. Manche führten ein eher zurückgezogenes Leben wie Franziska von Hohenheim. Andere blieben durch ihr wohltätiges Engagement in Erinnerung, etwa Henriette von Württemberg, die sich für viele soziale Themen engagierte. Und sie verwandelte, ganz im Stil des mittleren 19. Jahrhunderts, die Schlossräume in eine üppig ausgestattete Wohnung.

Schlafzimmer von Herzogin Henriette, Aquarell, um 1850

Schlafzimmer von Herzogin Henriette, Aquarell, um 1850.

Pädagogik statt Militär im 20. Jahrhundert

Schloss Kirchheim kennen viele Lehrerinnen und Lehrer: Sie wurden hier im Pädagogischen Fachseminar ausgebildet, das heute den größten Teil des Schlosses nutzt. Zeitweise waren im Schloss aber auch eine Schule und das Heimatmuseum untergebracht. Im zweiten Obergeschoss laden die Schlossräume zu einem Besuch in eine reizvolle Vergangenheit ein.

Versenden
Drucken