Landesfestung und Witwensitz Württembergs

Schloss Kirchheim

Verschiedene Wohnwelten

Das Wohnzimmer

Am Wohnzimmer in Schloss Kirchheim unter Teck lässt sich der Wandel in der Einrichtung über Jahrzehnte hinweg ablesen. Die erhaltenen Ansichten zeigen die Trends in der Möblierung ebenso wie den persönlichen Geschmack der Bewohnerinnen.

Detailansicht des Wohnzimmers in Schloss Kirchheim; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Julia Haseloff

Im Wohnzimmer der Herzogin Franziska von Hohenheim.

Die Zimmer der Herzogin Franziska

Für Franziska von Hohenheim bestand die Raumfolge im Südflügel von Schloss Kirchheim zunächst aus sechs Zimmern auf der Südseite und fünf Zimmern, einem Gang und einem Treppenhaus auf der Nordseite. Sie nutzte die Räume beispielsweise als Vorzimmer, Wohnzimmer, Schreibkabinett, Ankleidezimmer oder Schlafzimmer. In der Verlängerung des Südflügels ließ sie zudem zwei weitere Räume als Gartenzimmer anbauen.

Aquarell des Wohnzimmers der Herzogin Franziska, um 1825;

Aquarell des Wohnzimmers der Herzogin Franziska um 1825.

Wie hatte sich Herzogin Franziska eingerichtet?

Pläne und Inventare, in denen genau aufgelistet war, welche Möbel in den einzelnen Räumen standen, können diese Frage beantworten. Einen anschaulichen Eindruck vom Wohnzimmer zur Zeit von Herzogin Franziska bietet ein Aquarell aus dem Jahr 1825. Die Wände sind blau gehalten, schlichte weiße Vorhänge setzen Akzente. Die Möbel aus dunklem, poliertem Mahagoniholz sind gradlinig, klar und elegant – typisch für den Klassizismus.

Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Janna Almeida

Porträt der Herzogin Henriette, 1838.

Und Herzogin Henriette?

Zunächst übernahm Herzogin Henriette von ihrer Vorgängerin die klassizistische Ausstattung des Wohnzimmers. Doch mit der Zeit setzte sie neue Akzente, die dem Einrichtungsstil ihrer Zeit entsprachen. Sie bevorzugte farbenfrohe, gemusterte Teppiche, bunte Tapeten, schwere Gardinen und Türvorhänge. Gut gepolsterte Sitzmöbel, gemütliche Sitzgruppen sowie Zimmerpflanzen unterschiedlicher Art nahmen immer mehr Platz in ihren Wohnräumen ein.

Das Wohnzimmer mit seiner Einrichtung 1852.

Das Wohnzimmer mit seiner Einrichtung 1857,  Foto: Staedtisches Museum Ludwigsburg

Das Wohnzimmer mit seiner Einrichtung 1857.

Einrichtung erneuert

Nach 1850 ließ Henriette die Einrichtung des Wohnzimmers teilweise erneuern. Vorhänge und Teppich, Polstermöbel und einige Möbelstücke wurden ausgetauscht, die Zahl der Gemälde und Andenken nahm zu. Nur der geliebte Papagei blieb in seinem Käfig auf einem kleinen runden Tischchen. Hofdame Eveline von Massenbach erinnert sich in ihren Memoiren an den Vogel. Sie beschreibt ihn als „sehr geschwätzigen Papagei, der den Mahlzeiten anwohnte“.

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