960 |
wird Kirchheim erstmals urkundlich, d. h. schriftlich, genannt |
1220-1230 |
erheben die Herzöge von Teck, eine Nebenlinie der Zähringer, Kirchheim zur Stadt |
1381 |
kommt Kirchheim wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten der Herzöge von Teck an die Grafen von Württemberg |
um 1538 |
veranlasst Herzog Ulrich von Württemberg (1487-1550) den Ausbau Kirchheims zur Landesfestung |
1538-1556 |
wird das Schloss als vierflügeliger Renaissancebau umgeben von einer Wall-Graben-Anlage errichtet und diente als in die Stadtmauer eingegliederte Zitadelle |
1594 |
verlegt Herzog Friedrich I. von Württemberg (1557-1608) wegen einer Pestepidemie den Hof von Stuttgart nach Kirchheim |
im 16. Jh. und Anfang 17. Jh. |
ist das Schloss der Sitz des jeweiligen Burgvogts, dem Vertreter des Herzogs |
1618-1648 |
findet der Dreißigjährige Krieg statt, als Folge verliert Kirchheim die strategische Bedeutung als Landesfeste |
17. Jh. - Mitte 19. Jh. |
ist das Schloss sechs mal Wohnort herzoglicher Witwen und damit der wohl bekannteste württembergische Witwensitz |
um 1630 |
wird das Schloss mit dem Einzug Barbara Sophies (1584-1636), der Witwe Herzog Johann Friedrichs, erstmals zum Witwensitz |
1634-38 |
ist das Schloss nach der Schlacht von Nördlingen von kaiserlichen Truppen besetzt |
1638 |
kehrt Herzog Eberhard III. (1614-1674) nach Württemberg zurück, nachdem er vier Jahre im Straßburger Exil verbracht hat |
1642/43 |
ist Kirchheim zeitweise der Sitz des württembergischen Hofes |
1675 |
zieht die Witwe Eberhards III., Maria Dorothea Sophia von Oettingen-Oetingen (1639-1698) ins Schloss. Vor ihrem Einzug wird das Schloss renoviert und neu möbliert |
1690 |
zerstört der „Große Stadtbrand“ nahezu ganz Kirchheim, das Schloss bleibt verschont |
1693-1697 |
wird der entmachtete Herzogadministrator Friedrich Carl von Württemberg (1652-1698) im Schloss einquartiert |
ab 1709 |
ordnet die fromme Herzoginwitwe Magdalena Sibylla von Hessen-Darmstadt (1652-1712) den Umbau des Zeughauses zur Schlosskapelle an |
1717 |
wird die Schlosskapelle vier Jahre nach Magdalena Sibyllas Tod durch Samuel Urlsperger geweiht |
1735 |
zieht Herzoginwitwe Johanna Elisabeth von Baden-Durlach (1680-1757) ein. Sie lässt das Schloss renovieren und neu möblieren |
1767-1771 |
lässt Herzog Carl Eugen von Württemberg (1728-1793) für seine Jagdaufenthalte die Hofgärtnerei im Herrschaftsgarten zu einem Opernhaus umbauen |
1793-1795 |
werden vor dem Einzug der Herzoginwitwe Franziska von Hohenheim durch den Hofbaumeister R. F. H. Fischer umfangreiche Umbauarbeiten im West- und Südflügel durchgeführt. Das bislang eher wehrhafte Gebäude erhält einen schlossartigeren, klassizistischen Charakter |
1811 |
wird dem verschuldeten Herzog Ludwig von Württemberg (1756-1817), seiner Frau Henriette von Nassau-Weilburg (1780-1857) und ihren Kindern Schloss Kirchheim als Wohnort zugewiesen |
1817 |
stirbt Herzog Ludwig und für Henriette beginnt ihre 40-jährige Witwenschaft in deren Verlauf sie sich an ihrem Wohnort Kirchheim karitativ und sozial engagiert |
um 1825 |
lässt Henriette am östlichen Ende der Beletage, im Südflügel, zwei Zimmer, in Stein anbauen, die von ihrer Vorgängerin als Holzanbauten errichtet worden waren |
seit 1857 |
wird das Schloss abwechselnd als Lazarett, Schule, Heimatmuseum und Lehrerseminar genutzt |
1947 |
findet ein umfangreicher Umbau für die Nutzung als Staatliches Hauswirtschaftliches Seminar statt |
1972-75 |
wird der barocke Kapellenraum zerstört |
1985 |
richten die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg die einstigen Wohnräume der herzoglichen Witwen als Schlossmuseum ein |
2007 |
findet die Neupräsentation der historischen Wohnräume in Schloss Kirchheim statt |