Neues Mobiliar in Schloss Kirchheim
Glückliche Situation im einstigen Witwensitz der Württemberger: Von Schloss Kirchheim existieren wunderbare Aquarelle, die den Zustand der Wohnräume zeigen – bis ins Detail der Ausstattung. Die stimmungsvollen „Raumporträts“ des routinierten Spezialisten Peter Francis Peters dienen den Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg immer wieder als Vorlage und Messlatte für die Perfektionierung des Kirchheimer Schlosses. Jetzt konnte nach dem Muster eines der Bilder eine Sitzgarnitur bezogen werden. Die drei Sessel und das zweisitzige Sofa erhielten rote Polster und kommen damit ganz nah an den Raumeindruck, den Peters für das Jahr 1857 wiedergibt. Damals wohnte Herzoginwitwe Henriette von Württemberg im Schloss. Die Sitzgarnitur und der Tisch verweisen durch die starke Polsterung und die schweren, geschwungenen Formen der Gestelle auf den aufkommenden Historismus. Der etwas schwerfälligere Charakter der Möbel lässt in den Räumen der Zeit den typischen „plüschigen“ Eindruck entstehen. Die Polstergarnitur und der Tisch sind originales Kirchheimer Inventar. Der Tisch stand bis jetzt im Kabinett neben dem Ankleidezimmer, die Polstergarnitur wurde bislang im Depot der Staatlichen Schlösser und Gärten aufbewahrt. Die Neuzugänge für den „Roten Salon“ (Raum 102), die vierteilige Sitzgarnitur, der Rundtisch und das Kaffeeservice, stammen alle etwa aus dem Jahr 1850.
In Kirchheim schließt sich damit der Kreis der verschiedenen Einrichtungsstile: vom Klassizismus der Aera der Franziska von Hohenheim über den Biedermeierstil aus der Periode, als Herzog Louis mit seiner Familie in Kirchheim wohnte – bis zum aufkommenden Historismus aus der späten Witwenzeit Henriettes.